Die Zuwendungsbestätigung – umgangssprachlich Spendenquittung oder Spendenbescheinigung – ist der Nachweis, mit dem Spender ihre Zuwendung steuerlich absetzen. Sie ist rechtlich streng geregelt: Ihr Wortlaut ist amtlich vorgeschrieben, sie muss zehn Jahre aufbewahrt werden, und für fehlerhafte Bestätigungen haftet der Vorstand unter Umständen persönlich. Dieser Leitfaden zeigt, wie gemeinnützige Vereine die Zuwendungsbestätigung korrekt ausstellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur steuerbegünstigte Körperschaften mit gültigem Freistellungsbescheid oder einer Feststellung nach § 60a AO dürfen Zuwendungsbestätigungen ausstellen.
  • Es gilt der amtlich vorgeschriebene Vordruck (BMF); der Wortlaut ist nicht frei formulierbar (§ 50 EStDV).
  • Bis 300 € genügt der vereinfachte Nachweis (Kontoauszug/Buchungsbestätigung).
  • Fehler können zur Spendenhaftung führen (§ 10b Abs. 4 EStG).

Was ist eine Zuwendungsbestätigung?

Eine Zuwendungsbestätigung ist die Voraussetzung dafür, dass ein Spender eine Geld- oder Sachzuwendung als Sonderausgabe geltend machen kann (§ 10b EStG). Rechtsgrundlage für Form und Inhalt ist § 50 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV). Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) gibt hierfür amtliche Muster vor – getrennt für Geld- und Sachzuwendungen. Vereine dürfen diese Vordrucke inhaltlich nicht verändern, sondern nur an die eigene Organisation anpassen.

Wer darf Zuwendungsbestätigungen ausstellen?

Ausstellen darf nur eine als steuerbegünstigt anerkannte Körperschaft. Prüfen Sie vor jeder Bestätigung:

  • Liegt ein aktueller Freistellungsbescheid (nicht älter als fünf Jahre) oder ein Feststellungsbescheid nach § 60a AO (nicht älter als drei Jahre) vor?
  • Wird der begünstigte Zweck tatsächlich verfolgt (§§ 52–54 AO)?

Ohne gültigen Nachweis der Gemeinnützigkeit darf keine Bestätigung ausgestellt werden.

Pflichtangaben auf einen Blick

Angabe Hinweis
Aussteller Name und Anschrift des Vereins
Freistellung/Feststellung Finanzamt, Datum und Aktenzeichen des Bescheids
Spender Name und Anschrift
Betrag in Ziffern und in Worten
Art der Zuwendung Geld- oder Sachzuwendung; bei Sachspenden Beschreibung und Wert
Datum der Zuwendung Tag des Zuflusses
Verwendung steuerbegünstigter Zweck, für den die Mittel verwendet werden
Verzichtserklärung bei Aufwandsspenden: Hinweis, dass es sich um den Verzicht auf Erstattung handelt

Der vereinfachte Nachweis bis 300 €

Für Zuwendungen bis 300 € genügt nach § 50 Abs. 4 EStDV der vereinfachte Zuwendungsnachweis: Der Spender weist die Zahlung per Kontoauszug oder Buchungsbestätigung (Online-Banking) nach – eine förmliche Bestätigung ist nicht nötig. Voraussetzung ist unter anderem, dass die steuerbegünstigten Zwecke und die Angaben zur Freistellung auf einem vom Verein bereitgestellten Beleg ersichtlich sind (z. B. Überweisungsträger, Buchungsbestätigung). Bei Spendenaktionen im Katastrophenfall gelten teils höhere Grenzen.

Sammelbestätigung: mehrere Spenden in einem Beleg

Statt vieler Einzelbelege können Vereine eine Sammelbestätigung über alle Zuwendungen eines Spenders im Kalenderjahr ausstellen. Voraussetzung ist unter anderem eine Auflistung der Einzelzuwendungen (Datum, Art, Betrag) als Anlage und der Hinweis, dass keine weiteren Bestätigungen ausgestellt wurden.

Sachspenden und Aufwandsspenden

Sachspenden müssen mit dem Wert bescheinigt werden; bei Gegenständen aus dem Privatvermögen ist der gemeine Wert (Marktwert) anzusetzen, bei Neuware in der Regel der Einkaufspreis. Bei Aufwandsspenden verzichtet ein Ehrenamtlicher auf die Erstattung eines Aufwands (z. B. Fahrtkosten). Zulässig ist das nur, wenn ein ernsthafter, einklagbarer Erstattungsanspruch bestand und der Verzicht zeitnah erklärt wird.

Aufbewahrung und Spendenhaftung

Vereine bewahren ein Doppel jeder Zuwendungsbestätigung zehn Jahre auf. Werden Bestätigungen vorsätzlich oder grob fahrlässig falsch ausgestellt oder Mittel zweckwidrig verwendet, greift die Spendenhaftung nach § 10b Abs. 4 EStG: Der Verein – und im Innenverhältnis der handelnde Vorstand – haftet mit 30 % des zugewendeten Betrags (zzgl. Gewerbesteuer-Anteil). Sorgfalt beim Ausstellen ist also kein Formalismus, sondern Haftungsschutz.

Das Zuwendungsempfängerregister (BZSt)

Seit Februar 2024 führt das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) nach § 60b AO ein nationales Zuwendungsempfängerregister – ein zentrales Verzeichnis aller Organisationen, die zum Empfang steuerbegünstigter Spenden berechtigt sind. Es schafft Transparenz für Spender und ist zugleich technische Grundlage für den künftigen elektronischen Spendennachweis. Vereine sollten prüfen, ob ihre Daten dort korrekt hinterlegt sind.

Häufige Fehler

  • Ausstellung ohne gültigen Freistellungs-/Feststellungsbescheid.
  • Betrag nur in Ziffern, nicht in Worten.
  • Fehlender Hinweis auf Aufwandsspende/Verzicht.
  • Falsches oder fehlendes Datum der Zuwendung.
  • Freie Umformulierung des amtlichen Wortlauts.

Häufige Fragen

Ab welchem Betrag brauche ich eine Zuwendungsbestätigung?

Bis 300 € genügt der vereinfachte Nachweis (Kontoauszug). Ab 300 € ist die förmliche Zuwendungsbestätigung erforderlich, wenn der Spender die Spende absetzen möchte.

Ist „Spendenquittung“ dasselbe wie eine Zuwendungsbestätigung?

Ja. „Spendenquittung“ und „Spendenbescheinigung“ sind umgangssprachliche Bezeichnungen für die Zuwendungsbestätigung nach § 50 EStDV.

Wie lange muss der Verein die Bestätigungen aufbewahren?

Ein Doppel ist zehn Jahre aufzubewahren.

Dürfen Mitgliedsbeiträge bescheinigt werden?

Nur, wenn der Zweck des Vereins den Abzug zulässt. Bei Sport, Heimatpflege und bestimmten Freizeitzwecken sind Mitgliedsbeiträge nicht abziehbar.

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Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Beträge und Fristen bitte tagesaktuell prüfen.